Keine Angst vorm Moderieren

Als ich das erste Mal eine Sendung über ein Webradio angehört hatte, war ich von der Moderation begeistert. Bei professionellen Radiostationen haben die Sprecher meistens eine Sprachausbildung. Da Webradio allerdings meist als Hobby betrieben wird, spricht hier jeder, wie ihm „der Schnabel“ gewachsen ist. Das fand ich damals gut, und finde es auch heute noch. In diesem Artikel möchte ich etwas auf die eigene Stimme, die geographischen Eigenheiten und natürlich auf die Themen einer Moderation eingehen.

Die Stimme

Ist Moderation einfach? Ja, mit etwas Übung bekommen viele eine gute Sendung hin. Aber bevor dem so ist, musst Du auch hier eine Menge üben.

Als ich vor meiner ersten Sendung stand, schwirrten mir einige Fragen durch den Kopf. Eine davon war, wie ich auf die Hörer wirken werde. Das einfachste Mittel das einmal auszuprobieren ist, einen Text zu lesen und diesen aufzunehmen. Aber Achtung! Ich kenne keinen, der dies probierte und anschließend sagte: „Ja, ich habe eine tolle Stimme“. Das ist auch nicht weiter schlimm, denn der Mensch ist darauf ausgelegt, auf andere Stimmen zu hören. Ich höre mich ja nur, wenn ich spreche, und nicht, wenn ich nicht spreche. Wenn du sprichst, dient dein ganzer Körper als Resonanzkörper und lässt deine Stimme für dich anders klingen. Hörst Du Dich von einer Aufnahme, fehlt diese Resonanz und Du hörst Dich ganz anders – eben ungewohnt.

Wie kann ich damit umgehen? Stelle Dich Deiner Stimme! Mir hat es geholfen zu akzeptieren, wie ich klinge. Das dauerte bei mir nicht lange, da ich auch von meinen Hörern positives Feedback bekommen hatte. Das wäre auch schon der nächste Tipp: Frage Deine Freunde die Dich gut kennen, wie sie Deine Stimme empfinden. Danach kannst Du selbst Deine Stimme verbessern. Wenn Du es professionell machen möchtest, gehe zu einem Stimmenfachmann (Sprachtrainer, Logopäde oder ähnlichem).

Die Sprache

Hast Du einen Dialekt? Super! Zeige es Deinen Hörern (und übertreibe es dabei nicht!). Ich wohne in Sachsen und bin stolz, dass es jeder hören kann. Leider stirbt dieser Dialekt aus. Vor allem auch im Rundfunk. Da sind Dialekte eine Novität. Aber warum? In Bayern höre ich regelmäßig Bayrisch. Auch habe ich schon im Radio Moderatoren gehört, denen ich ihre pfälzer, hessischen oder kölner Wurzeln anhörte. Ich finde das gut, dann das macht einen Moderator einzigartig. Ich verstehe keinen Sender, egal ob Radio oder Fernsehen, öffentlich-rechtlich, privat oder Webradio, bei dem die Moderatoren „Hochdeutsch” reden müssen. Außerdem hat jeder von euch bestimmt schon von der Kampagne „Radio – Geht ins Ohr, bleibt im Kopf“ gehört. Was macht diese Spots so einzigartig? Meiner Meinung nach der Dialekt und der Witz.

Letztendlich kommt es auch darauf an, wie Du selbst mit Deiner Aussprache umgehst. Mir hat es damals Spaß gemacht, den Hörern einige sächsische Begriffe und deren Herkunft zu erklären, und die Hörer hatten ebenfalls ihre Freude. Wichtig ist hier, ich wiederhole es nochmal, dass Du es nicht übertreibst. Finde Deine persönliche Balance!

Die Moderation

Die erste Sendung ist immer anders, als Du sie Dir vorstellst. Ich habe mir in Gedanken überlegt, was ich sagen möchte, verschiedene Ansagen in Gedanken durchgesprochen und mich natürlich auch bei meinen Vorbildern orientiert. Allerdings war ich auch von der Fülle von Aufgaben abgelenkt. Beim Webradio musst du die Sendesoftware bedienen, auf die Hörer im Chat eingehen, den Messanger im Auge behalten (falls der Radiochef was zu melden hat) und aufpassen, dass die Technik auch das macht, was sie soll. Kaum Zeit, sich wirklich über seine Moderation Gedanken zu machen. Später ändert sich das. Da kommt die Routine rein, die Anspannung verschwindet aus der Stimme und ich habe mir sogar den einen oder anderen Beitrag vorbereitet. Themen gibt es genug. Fast jeder Anfänger wird die Lieder die er sendet An- oder Abmoderieren. Später wird er noch etwas zu den Liedern oder den Interpreten sagen. Auch kann er einige Themen die im Chat besprochen werden aufnehmen. Aber vielleicht gibt es gerade in deiner Nähe ein Ereignis, zu dem du andere Informationen hast als die anderen Sender? Probiere dich einfach mal aus. Tipps und Tricks und worauf du dabei achten solltest, findest du in einem späteren Beitrag.

Zum Schluss

Mein genereller Tipp: Macht euch nicht zu viele Gedanken. Jeder Hörer hat mehrere Möglichkeiten: Er kann den Sender abschalten, Dir hilfreiche Tipps geben oder sich einfach selber mal hinter ein Mikrofon setzen und selbst probieren, wie einfach oder schwer eine Moderation ist. Im Webradio gilt der Spaß, es ist noch kein Profi vom Himmel gefallen.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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