Wie kommt die Musik zu dir nach Hause

Wenn Musik über einen Radiostream Deinen Computer erreicht, haben die Daten einen weiten Weg hinter sich gebracht. Heute möchte ich euch erklären, was alles passiert, damit Ihr Eure Lieblingsmusik auch hören könnt.

Vom Senden

Damit Ihr überhaupt etwas hört, muss natürlich etwas gesendet werden. Zu Urzeiten schrie der Mensch durch die Wildnis, heutzutage schreit der Moderator in die Mikrofonbuchse. Natürlich nicht – er spricht in ein Mikrofon. Die Musik liegt in der Regel als MP3-Dateien auf dem Rechner, was natürlich nicht heißt, dass es unmöglich ist, auch CDs zu senden. Für letzteres muss nur der Ausgang vom CD-Player mit dem Eingang der Soundkarte verbunden werden.

Mit einer Sende-Software werden die Töne nun zu einem Server gesendet. Es gibt verschiedene Sendesoftware, kommerzielle und auch kostenlose. Ich habe mich vor Jahren für ein kommerzielles Produkt entschieden. Damit kann ich die Sprache vom Mikrofon aufnehmen, eventuell Töne über eine Soundkarte in meine Sendung einfügen und mit zwei Playern die Musik abspielen. Die Töne müssen nun zum Hörer, und dafür die Sendesoftware eine Verbindung zu einem Streamingserver herstellen. Dieser Server hat die Aufgabe, die Audio-Informationen an die Hörer zu verteilen.

Zum Empfangen

Um nun Musik empfangen zu können, reicht normalerweise ein normaler Media-Player, der URLs öffnen kann. Dieser kann auf Deinem Smartphone, Tablet oder Deinem normalen Computer installiert sein. Bist Du unterwegs und nutzt ein mobiles Gerät, kannst Du vielleicht sogar eine vom Radio bereitgestellte App aus dem App-Store herunterladen, welches bereits die Streamdaten vorhält. Dann musst Du nichts weiter konfigurieren. Allerdings sind nicht alle Radios in der (finanziellen) Lage, eine App zu programmieren. Vor allem die Hobby-Webradios werden keine haben, wenn nicht rein zufällig ein Moderator programmieren kann und die Zeit dafür hat.

Brauchst Du den Link zum Streamingserver, findest Du diesen meistens auf der Homepage des Radios oder auf der Seite einer Radioliste. Viele Radios bieten auch einen Online-Player an. Der Nachteil von dieser Lösung ist allerdings, dass Du die ganze Zeit auf der Homepage bleiben musst. Der Vorteil der Radiostationen ist, dass sie Dir Werbung anzeigen können und damit Geld verdienen. Dies ist auch eine Möglichkeit, Dein Lieblingsradio zu unterstützen.

Doch nun zurück zu der URL, der Adresse zum Streamingserver. Ist diese im Player eingegeben und der Hörer drückt auf „Play“, sollte er auch schon Ton hören. Wenn das nicht klappt, kann das an einer langsamen Leitung, oder an einem „vollen Stream“ liegen. So ein Streamingserver hat auch nur eine begrenzte Kapazität. Je nach Budget des Webradios können etwa 25 oder 50 Hörer zuhören, es können aber auch bis zu 200 werden.

Ich hoffe, ich konnte euch kurz erklären, wie Musik zu Dir in den Player kommt und wie Du diese hören kannst.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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