Dein Webradio als Marke

Wenn ich mir die Webseiten von Webradios ansehe, fällt mir immer wieder auf, dass diese meist gleich aussehen: Der Hintergrund ist schwarz, die Navigation links, die Streambox und die Shoutbox rechts. Ein Grund: Meistens nutzen Webradios ein bestimmtes CMS, welches die Anpassung der Webseite erschwert. Warum dies nicht unbedingt gut ist, möchte ich in diesem Artikel erklären.

Du bist nicht allein

Vor einigen Wochen habe ich „Unser DiscofoxRadio“ vorgestellt. Hajo, der Inhaber, erklärte mir im Interview, dass es heutzutage immer mehr Webradios gibt. Allerdings halten sich diese auch nur wenige Monate. Woran liegt das (unter anderem)?

Die Währung von Webradios sind Hörer. Kaum ein Radioinhaber hat Lust, sein Geld für drei Hörer pro Monat auszugeben. Wenn ich mir einen 100er Stream für um die 20 Euro miete, sollte der auch mindestens zu einem viertel belegt sein. Allerdings ist die Konkurrenz groß:

  • Es gibt viele Webradios
  • Es gibt viele kommerzielle Streaming-Angebote, um Musik zu hören
  • Es gibt öffentlich-rechtliche, private und freie Radios

Aus diesem Grund musst sich Dein Radio hervorheben. Es muss anders sein, als die Standard-Radios. Der Hörer muss Spaß haben, zu Dir zurück zu kommen. Das erste was er sieht ist Deine Homepage. Entsprechend muss diese auch gestaltet sein.

Die Webseite als Aushängeschild

Wer sich die Mühe macht und die Homepages verschiedener Webradios genauer anschaut, wird immer wieder folgendes Muster finden:

  • Musikrichtung Discofox und Deutscher Schlager
  • Ähnlich aufgebautes Design

Mich als potentiellen Hörer interessiert nun, was ausgerechnet dieses Radio hervorhebt. Sprich: Dein Webradio sollte etwas besonderes, eine Marke sein. Deshalb solltest Du auch etwas eigenes entwickeln.

Zunächst solltest Du Dir überlegen, was Dein Spezialgebiet ist. Oder anders ausgedrückt: Definiere Deine Zielgruppe und bediene möglichst eine Nische. Discofoxradios gibt es wie Sand am Meer. Du solltest Deinen Hörern also etwas besonderes bieten:

  • Du sendest nur Schlager der 80er
  • Du sendest nur Classic Rock
  • Du sendest nur Evergreens
  • Du bietest ein abwechslungsreiches Programm mit Themenabenden

Du hast Deinen Stiel definiert? Dann schreibe dies mit einem kurzen Satz auf die Homepage, damit jeder sofort weiß, was Dein Radio anders macht als die Anderen.

Webseitengestaltung und Pflege

Zum Thema Template habe ich bereits einen ganzen Artikel geschrieben. Du solltest Dir prinzipiell überlegen, was Du alles auf Deiner Webseite präsentieren möchtest. Sendeplan, Charts, Teamliste, Musikinfos füllen sie mit Inhalt (und ist auch gut für die Suchmaschine), aber dies braucht auch Zeit zur Pflege. Baue lieber Deine Seite vom kleinen zum großen auf, anstatt gleich alles haben zu wollen und mit der Pflege nicht hinterher zu kommen. Ganz wichtig: Erfüllt etwas nicht seinen Zweck (bspw. die Charts oder eine Geburtstagsliste), dann entferne es wieder. Ungenutzter Inhalt verwirrt!

Ein bisschen SEO

Du solltest Dich auch noch etwas mit dem Thema Suchmaschinenoptimierung beschäftigen. Viele CMS bieten bereits Funktionen, um deine Webseite für Suchmaschinen „attraktiv“ zu machen. Nutze diese, melde Deine Webseite bei den Suchmaschinen an und verfolge, unter welchen Suchbegriffen Deine Seite im Index auftaucht. Das wird Dir helfen, Deine Hörer besser kennen zu lernen.

Texte hingegen solltest Du immer für Deine Hörer schreiben! Suchmaschinenoptimierte Texte lassen sich nicht nur schwer lesen, sondern sind auch total Sinnlos.

Grammatik, Ausdruck und Rechtschreibung

Mir bluten manchmal die Augen, wenn ich die Texte sehe. Nicht jeder ist ein geborener Schriftsteller; musst Du auch nicht. Trotzdem solltest Du dich beim schreiben jeglicher Texte an drei Sachen erinnern, die Dir in der Schule kurz nach dem Alphabet beigebracht wurden:

  • Grammatik
  • Ausdruck
  • Rechtschreibung

Ich als Hörer habe kein Interesse an einem Webradio, auf dessen Homepage schon in der Begrüßung nicht auf Groß- und Kleinschreibung sowie Komasetzung und Leerzeichen geachtet wird. Ein Tippfehler kann passieren, aber diese drei Punkte komplett zu vernachlässigen ist einfach nur unprofessionell. Dazu gehört auch, Wörter die zusammen geschrieben werden, zusammen zu schreiben. Und nach den Satzzeichen gehören Leerzeichen.

Anmelden in Radiolisten

Es gibt bereits eine lange Liste von sogenannten Radiolisten. Diese enthalten, wie der Name schon sagt, eine Liste von Webradios. Melde Dein Radio dort an, damit der potentielle Hörer Dich über diesen Weg findet.

Schlusswort

Ein kleiner Trost: Du musst kein Marketingstudium abgeschlossen haben, um Dein Radio für Deine Hörer attraktiver zu machen. Im Prinzip musst Du nur dafür sorgen, dass Dich Deine Hörer finden, sich auf Deiner Webseite wohl fühlen und dann Dein Radio anhören. Wie bei jeder Sache ist der Anfang schwer, aber sind die Grundlagen gelegt, wirst Du bestimmt Erfolg haben.

Wenn Du Dir genau überlegst, was Dein Radio besonderes bietet und dieses hervorhebst, entwickelst Du Dein Radio als Marke und es wird unverwechselbar. Als Beispiel kannst Du Dir die Webseiten von privaten und öffentlich-rechtlichen Radiostationen nehmen. Diese sind mehr als Du auf Hörer angewiesen und müssen besonders ihr Radio positionieren.

Natürlich ist eine tolle Webseite nicht alles. Es kommt auch auf ein abwechslungsreiches Programm an. Und auf Teamführung. Doch das ist wieder ein anderes Thema.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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