Eigene Themen für Deine Sendung – Die Recherche

Mal ganz ehrlich – sich eine Sendesoftware installieren und dann Titel an- und abmoderieren ist keine große Kunst. Interessanter wird es, wenn Du Deiner Sendung etwas Würze gibst, indem Du zu einem eigenen Thema einen Bericht produzierst. In diesem Beitrag möchte ich Dir einige Tipps geben, wie Du für eigene Beiträge recherchierst und deine Erkenntnisse sammelst.

 Themen liegen auf der Straße

Wenn Du Dich nun fragst, „Worüber soll ich den berichten?“, dann öffne einfach ein neues Browserfenster und besuche irgendeine Internetseite. Themen gibt es jede Menge. Vielleicht hast Du ein Hobby, von dem Du berichten möchtest? Oder Du kannst auch von Deiner ersten Sendung berichten. Natürlich kannst Du auch das letzte Fußballspiel kommentieren. Ob Du davon Ahnung hast oder nicht, ist – auch wenn es komisch klingt – egal. Der Vorteil bei Webradios ist, dass Du keinen Zwang hast. Bei kommerziellen Radios hingegen müssen die Wünsche der Hörer berücksichtigt werden, sonst hören diese nicht zu und der Sender hat weniger Werbeeinnahmen. Du hingegen kannst über ein Thema berichten, was Dir gerade gefällt. Und vielleicht gefällt das sogar Deinen Zuhörern, weil es mal etwas anderes ist?

Ich hatte vor einige Jahren Live ein WM-Fußballspiel kommentiert und keine Ahnung von Fußball. Ich habe mich halt mit dem Thema beschäftigt, und das macht letztendlich auch ein Journalist, der damit Geld verdient. Er recherchiert und macht darüber einen Bericht.

Welche Quellen sollte ich nutzen?

Prinzipiell kannst Du jede glaubhafte Quelle benutzen. Dazu zählen Interviews genauso wie Recherchen in einem Lexikon. Bei letzterem gehen allerdings die Meinungen auseinander, was die Wikipedia angeht. Da dieses „Lexikon“ jederzeit von jedem geändert werden kann, wird dies zum „wissenschaftlichen Arbeiten“ nicht empfohlen.

Was auf alle Fälle gut ankommt, sind Interviews. Wenn Du einen Experten aufnimmst kannst Du seine Antworten in einem Bericht verarbeiten.

Wichtig ist zu wissen, worüber Du Deinen Bericht machst

Wie ich oben schon anklingen ließ, solltest Du allerdings wissen, wovon Du einen Bericht machst. Sicher kennst Du auch den einen oder anderen Artikel, in dem ein Journalist seitenweise von einem Thema berichtet und Du Dich gefragt hast, ob sich der Autor mit diesem Thema überhaupt beschäftigt hat. Ja, das kann trotz intensiver Recherche passieren. Der Grund können fehlerhafte Quellen, inkompetente Fachleute oder einfach nur falsch verstandene Zusammenhänge sein. Du kannst Dich nur davor schützen, indem du wirklich lange recherchierst und Deine Quellen sehr kritisch begutachtest.

Sammeln deiner Erkenntnisse

Analog oder digital, das ist hier die Frage. Wie auch immer Du Dich entscheidest, deine Rechercheergebnisse zu sammeln, wichtig ist, dass Du Dir ein Archiv anlegst. Egal zu welchem Thema Du recherchiert hast, solltest Du auch Deine Ergebnisse nach deinem Bericht behalten. Immer wieder wirst Du auf die eine oder andere Quelle zugreifen.

Früher wurden Zeitungsartikel gesammelt, Bücher gelesen und Seiten markiert oder kopiert und alles schön in Ordner einsortiert. Der Nachteil an der Sache ist der Platz. Deshalb lohnt es sich, seine Recherchen auf dem Computer abzulegen. Schnell sammeln sich auch hier viele Dateien an, PDF, MP3-Dateien mit Interviews oder O-Tönen, archivierte Webseiten …

Archivierte Webseiten? Ja! Ich würde euch empfehlen, jede Webseite die Ihr für wichtig haltet, lokal zu speichern. Das Internet ändert sich ständig und schnell kann ausgerechnet die Webseite aus dem Netz verschwinden, auf der genau dieser interessante Artikel stand. Das ist mir nicht nur einmal so gegangen.

Als Formate für Texte bieten sich hier PDF, ODF oder HTML an. Als Grafik PNG oder JPEG. Töne sollten als WAV oder MP3 gespeichert werden. Das Format Eures digitalen Archivs solltet Ihr unbedingt beachten, denn Ihr wollt bestimmt die Dateien auch noch in Zukunft lesen können. Meiner Erfahrung nach sollten hier zukunftssichere Formate genutzt werden, die sich nicht mit jeder Programmversion ändern.

Damit die Daten übersichtlich geordnet werden, solltet Ihr für jede Recherche ein eigenes Verzeichnis anlegen. Hilfreich ist in dem Ordner eine Textdatei, in der grob das Datum, Thema und die Hintergründe der Recherche aufgeschrieben sind. Die einzelnen Dateien sollten dann wieder in passend benannte Unterordner einsortiert werden.

Gewöhnt euch nicht an, Dateien mit „alt“, „neu“ oder dergleichen zu benennen. Später werden Ihr nicht mehr wissen, was „alt“ und „neu“ war. Sinnvoll ist auch das Datum im Dateinamen.

Zuletzt solltet Ihr euch auch noch Gedanken um die Datensicherung machen. Schnell wächst Dein Archiv an und die Daten werden immer mehr. Es geht also auch um die Zeit, die Du für die Datensicherung aufwenden musst. Eine Sicherungskopie kannst Du auf eine externe Festplatte oder auf einen Online-Speicher, einer sogenannten Cloud, machen. Kümmere Dich frühzeitig darum, ich weiß wie schmerzhaft der Verlust sehr wichtiger Daten ist.

Was kommt als nächstes?

Nachdem Du zu einem Thema alles zusammengetragen hast, solltest Du einen Bericht schreiben. Da Du für Hörer schreibst, sind einige Dinge zur Textgestaltung und beim Vorlesen zu beachten. Darauf gehe ich im nächsten Artikel ein.

Letztendlich ist noch die Frage zu klären, ob Du Deinen Bericht live sendest oder vorproduzierst. Darauf gehe ich später in einem dritten Teil ein.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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