Eigene Themen für Deine Sendung – Das Senden

Zu einer gelungenen Sendung gehören nicht nur ein nüchterner Moderator und gute Musik, sondern auch einige Beiträge zu bestimmten Themen. Vor allem im Webradio findet man selten einen Sender, wo ein Moderator nicht nur die Musiktitel an- und absagt, sondern auch mal etwas eigenes einfließen lässt. Eigentlich schade, wenn man tagtäglich seine Zeit im Chat verbringt, kommen immer mal wieder Themen hoch, über die man auch mal einen kurzen Bericht machen könnte.

Damals habe ich immer alles Live gemacht. Ich kam nicht auf die Idee, meine Moderationen oder kurzen Berichte aufzunehmen. Mitunter habe ich zu einem Thema einen Text geschrieben, denn ich dann Live vorgelesen habe. Das war keine gute Idee. Heutzutage würde ich den Text einsprechen und dann senden. Und damit wären wir auch schon mitten im Thema.

Der Unterschied zwischen einer Moderation und dem vorlesen eines Textes ist gravierend. Bei einer Moderation rede ich, wie mir der Schnabel gewachsen ist. Beim Vorlesen achte ich bewusst auf die Betonung. Dabei schleichen sich schnell Sprech- und Sprachfehler ein, die natürlich unschön sind. Wer hat sich nicht schon darüber aufgeregt, wenn bei den Nachrichten der Sprecher patscht, sein Atem tief zu hören ist oder er sich räuspert (und sich dafür nicht entschuldigt, wie es vor einigen Jahren noch üblich war)? Aus diesem Grund sind viele Moderatoren dazu übergegangen, ihre Texte vorzusprechen und dann in die Sendung einzufügen. Beim professionellen Radio mag man darüber denken wie man will. Im Webradio macht dies durchaus Sinn. Natürlich setzt das auch etwas Zeit voraus. Aber das Ergebnis wirkt um einiges professioneller. Ein weiterer Vorteil ist, dass solche Beiträge jedem Moderator zur Verfügung gestellt werden können. Damit kommt auch wieder Abwechslung in die Sendung. Zum Schluss kann mit einer Reihe von Beiträgen der AutoDJ gefüttert werden, wenn gerade keiner sendet.

Natürlich gibt es immer wieder Einschränkungen. Viele Webradioinhaber wollen nur Musik senden. Wenn ihr also vor habt, eure Sendung etwas auszuschmücken, redet vorher mit eurem „Chef“. Und wenn ihr „Chef“ seit, lasst es ruhig mal ausprobieren.

Eine weitere Möglichkeit an Beiträge zu kommen ist, seine eigenen Sendungen aufzuzeichnen. Ich habe dies bspw. bei einer Fußball-WM gemacht. Ich mag kein Fußball, und entsprechend waren auch meine (bissigen) Kommentare. Da ich diese Aufgezeichnet hatte, standen uns die nächsten Tage einige tolle Sprachschnipsel zur Verfügung, die auch in Jingles verarbeitet wurden.

Kommen wir nun zu unseren Berichten, die wir in den letzten Artikeln besprochen haben. Die Texte sind geschrieben und die O-Töne liegen bereit. Nun brauchst du noch folgende Dinge:

  • Eine Audio-Software mit mehreren Spuren, mit der Du Deinen Text aufnehmen, schneiden und die O-Töne einfügen kannst
  • Ein Mikrofon
  • Viel Ruhe

Warum eine Audio-Software mit mehreren Spuren? Dies erleichtert Dir das Arbeiten ungemein, wenn Du zum Beispiel O-Töne in deinen Bericht einfügen möchtest. Du kannst eine Spur für Deinen Bericht, eine weiter für die O-Töne und eine weitere für Hintergrundgeräusche nutzen. Es gibt einige Programme, die du ausprobieren solltest. Warum ich keine Empfehlung gebe? Weil jeder Mensch anders ist und das Programm nutzen sollte, was ihm am besten passt.

Ein Mikrofon ist nicht nur für die Sprachaufnahme zu Hause, sondern auch für O-Töne unterwegs nützlich. Möchtest Du einen richtig professionellen Bericht machen, empfiehlt es sich, ein mobiles Aufnahmegerät zu leihen. Die Qualität ist um einiges besser als wenn du dein Smartphone für solche Aufgaben gebrauchen würdest. Nimm nicht das billigeste Mikrofon, Du brauchst allerdings auch nicht das teuerste zu kaufen.

Ruhe ist wichtig, wenn Du deine Texte einsprichst. Ganz schlecht ist, wenn die Frau gerade saugt, der Hund winzelt und die Kinder Cowboy und Indianer spielen. Jedes Geräusch wird vom Mikrofon aufgezeichnet. Das Problem ist, das Du dies vielleicht mit normalen Computerboxen nicht hörst. Deshalb solltest Du Deine Aufnahmen auch auf guten Boxen anhören. Ich habe selbst die Erfahrung gemacht, dass eine Aufnahme über gute Lautsprecher gut klang, aber im Studio diese auf professionellen Boxen nur so von Störungen untersetzt war. Wer wirklich eine super Qualität haben möchte, sollte also entweder die Familie zum einkaufen schicken oder in ein Mietstudio gehen.

Zum Schluss

Wenn Du nun Deinen Bericht hast, kannst Du diesen als MP3-Datei exportieren und hast diesen dann für Deine eigene Sendung griffbereit. Ja, es kostet einiges an Zeit einen Bericht zu verfassen, doch es macht Spaß und sorgt für ein abwechslungsreiches Programm.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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