Was ist eigentlich ein Selbstfahrerstudio?

Viele Moderatoren eines Webradios wissen garnicht, das sie ein Selbstfahrerstudio haben. Selbiges traf auch auf mich zu, bis ich voriges Jahr einen Radiokurs besuchte. Heute möchte ich euch erklären, was ein Selbstfahrerstudio ist und warum ich das persönlich besser finde.

Ich mach mal alles selber

Was macht mir am Webradio besonders Spaß? Zum einen ist es die direkte Nähe zu den Hörern. Zum anderen finde ich es toll, meine eigene Sendung selbst zu gestalten. Ich mache alles selber: Suche die Musik raus und moderiere. Das ist ein Merkmal eines Selbstfahrerstudios. Als „fahren“ ist in diesem Zusammenhang das Durchführen einer Sendung gemeint. „Selbst fahren“ bedeutet also, Du führst deine Sendung komplett selbst durch. Selbstfahrerstudios wurden ursprünglich – wie sollte es anders sein? – in Amerika eingeführt und später durch den privaten Rundfunk in Deutschland übernommen. Vorher waren immer zwei Personen notwendig: Der Moderator und der Techniker.

Zwei Personen für eine Webradiosendung?

Wenn wir uns vorstellen, mit wie wenig Mitteln eine Webradiosendung gefahren werden muss, ist auch klar, warum ein Webradiomoderator seine Sendung alleine durchführen muss. Mitunter hat er vielleicht einen Co-Moderator, aber auf alle Fälle keinen Techniker, der sich um das Einpegeln und die Werbung kümmert. Das brauchen wir auch nicht, da normalerweise der Pegel einmal festgelegt und dann nicht verändert wird. Ich kenne zumindest keinen, der während seiner Sendung an den Pegeln rumspielt. Außerdem wäre es viel zu kompliziert jedes Mal zwei Leutchen für eine Sendung zu organisieren.

Wie ist das nun mit dem Techniker?

Wie ich in der Einleitung schon erklärte, habe ich während des Radio-Kurses ein Studio kennen gelernt, bei dem es einen oder mehrere Moderatoren und einen oder mehrere Techniker gibt (Das Studio dient zur Ausbildung, deshalb sind mehrere Techniker üblich). Der Techniker schaltet die Mikrofone zu, spielt die Musik ab und nimmt die Sendung auf. Die Moderatoren sitzen in einem anderen Studio, welches Lärmgedämmt ist, und moderieren.

Damals habe ich die Technik übernommen und festgestellt: Diese Art ist nichts für mich. Ich möchte die komplette Kontrolle über die Sendung haben. Außerdem ist die Kommunikation mit den Moderatoren kompliziert. Ihnen muss gesagt werden, wann das Mikro zugeschaltet wird, was wiederum bedeutet, dass ich als Techniker die Zeit im Auge haben muss. Der Moderator sitzt hingegen in seiner Kabine und wartet auf meinen Hinweis oder meine Handzeichen.

Ich denke mal, das wird auch ein Grund sein, warum sich die Selbstfahrerstudios relativ gut durchgesetzt haben: Der Moderator kontrolliert die Technik und den Ablauf. Der andere Grund wird vermutlich sein, dass mit dem Wegfall des Technikers auch Lohnkosten gespart werden.

Macht das Doppel Techniker und Moderator heute noch Sinn?

Ja. Weniger bei Webradios oder Sendern die nur Rock und Pop spielen. Dafür bei Kulturprogrammen. Hier kann sich der Moderator voll und ganz auf seinen Text konzentrieren und der Techniker regelt den Rest. Dadurch müssen dann keine Beiträge vorproduziert werden. Auch Live-Interviews oder Frage- und Antwortrunden sind für den Moderator auf diese Art leichter zu handhaben.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

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