Radio-Station-Plugin für WordPress ausprobiert

In den letzten Wochen habe ich mich intensiver mit WordPress beschäftigt, da ich ja einige Verbesserungen an diesem Blog vornehmen wollte. In diesem Zusammenhang habe ich auch recherchiert, ob es passende Plugins gibt, um eine Radio-Webseite aufzusetzen. Dabei bin ich auf das Plugin „Radio Station“ gestoßen, was ich in diesem Artikel genauer betrachten werde.

WordPress, übernehmen Sie

Vor einiger Zeit habe ich in dem Artikel Webseiten für Webradios erstellen aufgelistet, was alles zu einer Webradio-Homepage dazugehört. Natürlich interessiert mich, welche Teile bereits durch WordPress abgedeckt werden. Deshalb zunächst ein Überblick, was WordPress von Hause aus mitbringt.

WordPress war ursprünglich als Blog entwickelt worden, doch inzwischen hat es sich zu einem Content-Management-System gemausert. Du kannst nicht nur dein Internet-Tagebuch führen, sondern auch statische Seiten anlegen. Ganz wichtig für Impressum und ähnliche Seiten. Seiten können in verschiedenen Menüs gebündelt werden, die je nach Theme an verschiedenen Stellen platziert werden können. Artikel können Kategorien zugeordnet und Schlagworte vergeben werden. Weiterhin gibt es viele Themes, die inzwischen auch responsiv sind. Das bedeutet, dass Deine Seite sogar auf einem Smartphone einen guten Eindruck macht. Zuletzt gibt es unzählige Plugins, die Deine Seite bspw. beim SEO unterstützen.

Keine eierlegende Wollmilchsau

WordPress ist von sich aus kein Alleskönner. Das Plugin „Radio Station“ allerdings auch nicht. Was kann es überhaupt?

Nach der Installation stehen im Backend drei Menüpunkte zur Auswahl: „Playlisten“, „Sendungen“ und „Sendungs-Override“. Da diese Links nicht viel sagen, empfehle ich einmal auf „Sendungen“ zu klicken. Dort befindet sich als letzter Unterpunkt die Hilfe. Etwas englisch solltest Du allerdings können. Hier ist jedenfalls beschrieben, was dieses Plugin alles kann. Folgend nun ein kleiner Überblick.

Wer seit Ihr?

Bevor Du Dich mit Sendungen und dergleichen beschäftigst, solltest Du zunächst deine Moderatoren anlegen. WordPress geht davon aus, dass jeder Moderator einen WordPress-Account hat. Diese müssen dann die Rolle „DJ“ haben. Erst dann kannst Du den Sendungen einen Moderator zuweisen.

Wenn Deine Moderatoren mehr Rechte haben sollen als die Rolle DJ hergibt, muss laut Dokumentation das Members-Plugin installiert werden.

Was wollt Ihr hören?

Bevor Du nun die erste Sendung anlegst, solltest du unter „Sendungen“ → „Genres“ die Musikrichtungen Deines Radios zuweisen. Hast Du nur ein Discofox-Radio, reicht nur „Discofox“. Ich hingegen möchte in meinem Beispiel ein etwas umfangreicheres Programm bieten und habe mich für „Classic Rock“, „Italo Disco“ und „Schlagerparty“ entschieden.

Genres erstellen mit dem Plugin „Radio Station“

Genres erstellen mit dem Plugin „Radio Station“

Sendungen anlegen

Bei „Sendungen“ kannst Du … richtig … Sendungen anlegen. Das sind Themensendungen, die mit einem Beschreibungstext, Stream-URL und einer oder mehrerer Sendezeiten angelegt werden. Im Beispiel habe ich eine Sendung „Rock am Abend“ angelegt, die immer Mittwoch und Freitag zwischen 20 und 24 Uhr läuft. Ich habe das Genre „Classic Rock“ und mich als DJ zugewiesen.

Diese Sendungen können später mit einem Blog-Beitrag verknüpft werden. Die Blog-Beiträge tauchen dann auf der Detail-Seite der Sendung auf.

Sendungsansicht vom Plugin „Radio Station“ und dem Theme twentyeleven.

Sendungsansicht vom Plugin „Radio Station“ und dem Theme twentyeleven.

Ohne Fleiß kein ordentliches Aussehen

Nach dem Speichern der Sendung kannst Du Dir eine Vorschau anzeigen lassen. Diese sieht unschön aus? Das könnte am Theme liegen. Laut Dokumentation ist dies an das WordPress-Theme „twentyeleven“ angepasst. Wenn Du also ein anderes Theme nutzt, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass Du die Standard-Theme-Dateien anpassen musst. Wie das funktioniert erkläre ich später.

Playlisten

Zu jeder Sendung kannst du eine Playliste anlegen. Diese ist etwas Tricky. Im Textfeld kannst du Deine Playliste beschreiben. Unter Sendung weißt Du diese einer Sendung zu. Soweit, so logisch. Weiter unten kannst Du nun alle Musiktitel anlegen, die Du senden möchtest. Erst wenn Du den Titel auf den Status „Gespielt“ stellst, wird dieser auch angezeigt – und zwar in der Reihenfolge, in der Du die Titel auf „Gespielt“ stellst. Ein Ändern im nachhinein ist nicht vorgesehen.

Einerseits kannst Du keine Playlisten importieren, ohne etwas zu programmieren. Aber dafür kannst Du die Playlisten exportieren. Über Schönheit und Sinn des Exports kann man streiten.

Was sind diese Overrides?

Das habe ich mich auch gefragt. Ein Blick in die Doku verriet mir, dass es sich dabei um Sonderveranstaltungen handelt, die eine regulär geplante Sendung überschreiben. Wenn du also über „Sendungen“ Freitag Abend eine Popschlager-Sendung angelegt hast und ein Moderator doch lieber Classic Rock spielen möchte, dann kannst du das mit einem Override einmalig ändern.

Der Sendeplan

So, der Sendeplan ist erstellt, aber wie wird dieser angezeigt? Dazu musst Du eine neue Seite erstellen. In das Textfeld fügst Du folgenden Shortcode ein:

[master-schedule]

Ein Blick auf die Vorschau zeigt dir nun einen Sendeplan an. Wie ich schon schrieb, über Aussehen lässt sich streiten. Das machen wir später. Dieser Shortcode hat übrigens noch einige Attribute. Welche das sind, steht in der Dokumentation.

Sendeplanansicht vom Plugin „Radio Station“ und dem Theme twentyeleven

Sendeplanansicht vom Plugin „Radio Station“ und dem Theme twentyeleven

Was kannst Du noch angezeigt bekommen?

Wie bereits den oberen Shortcode, kannst Du auch folgenden Shortcode auf irgendeine Seite einfügen:

[now-playing]

Jetzt wird Dir laut Dokumentation der Song angezeigt, der angeblich aktuelle gespielt wird. In Wirklichkeit ist es aber der Song, der als letztes den Status „Gespielt“ bekommen hat. Auch hier gibt es einige Attribute, die Du bitte in der Dokumentation nachliest.

Zwei weitere Shortcodes sind

[dj-widget]

und

[dj-coming-up-widget]

. Anders als der Name vermuten lässt geht es hier nicht um den DJ, sondern um die Sendung. Der erste Shortcode zeigt die aktuelle Show an, das Zweite die als nächstes kommende.

Als letzten Shortcut gibt es

[list-shows]

. Dieser gibt alle Sendungen aus. Mit dem Attribut „genre“ kann nach dem Genre gefiltert werden, beispielsweise alle Classic-Rock-Sendungen.

Anpassen des Frontend

Wie wir schon festgestellt haben, könnte das Aussehen der einzelnen Seiten nicht unbedingt deinen Vorstellungen entsprechen. In diesem Fall musst du nur die Template-Dateien aus dem Plugin-Ordner in dein Themes-Verzeichnis kopieren und anpassen.

Weiterhin gibt es Widgets, die Du an passenden Stellen einfügen kannst. Eines ist die Anzeige der nächsten Sendung, ein anderes die kommende Sendung.

Fazit

Wenn die kleinen Hürden genommen sind, steht Dir zumindest ein Sendeplan zur Verfügung. Eine Beschreibung der Sendung ist gut, und eine Playliste rundet das Angebot Deiner Webseite ab. Zu bedenken ist allerdings, dass es selten ein Webradio gibt, in dem feste Sendungen mit festen Moderatoren definiert sind. Das Plugin bietet schon eine ganze Menge. Ob es die Menge ist, die Du für Dein Webradio brauchst, musst Du ausprobieren.

Über den Autor

Falk Döring
Falk ist der Gründer von stubenradio.de. Einige Jahre war er Moderator und stellvertretender Sendeleiter in verschiedenen Webradios und kennt das typische Auf und Ab. Eines Tages hatte er die Nase voll und hörte auf zu moderieren. In diesem Blog veröffentlicht er seine Erfahrungen, gibt einen Blick hinter die Kulissen und gibt Tipps und Tricks rund um das Thema Webradio.

Schreiben Sie einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.